Alzheimer Pflege zu Hause

Alzheimer Pflege zu Hause


Weitere Informationen sowie Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf unserer Standort-Seite:
Pflege bei Demenz in Greifswald


Die Alzheimer Pflege zu Hause unterscheidet sich nicht grundsätzlich von einer „normalen“ Pflege. Bei einem Patienten mit dieser besonderen Form der Demenz ergeben sich aber immer wieder Besonderheiten im Verhalten, aus denen sich besondere Anforderungen ergeben und die von allen Beteiligten zu berücksichtigen sind.

Alzheimer Patienten und ihre besonderen Ansprüche

Die Pflege bei Demenz bzw. von Patienten mit einer Alzheimer-Demenz in der häuslichen Umgebung stellt Pflegepersonal und Angehörige nicht selten vor besondere Herausforderungen. Bei der Behandlung und im täglichen Umgang kommt der Früherkennung eine besondere Rolle zu. Zwar ist es bisher nicht möglich, Alzheimer zu heilen. Aber je früher das Krankheitsbild wahrgenommen und ärztlich festgestellt wird, umso eher können sich die Beteiligten auf die Erkrankung einstellen. Erste Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung sind neben anderen die folgenden:

  • Eine gestörte Wortfindung ist ein klassisches Symptom. Bezeichnungen werden entweder nicht gefunden oder Dinge unvermittelt anders genannt: Statt „Armbanduhr“ sagt der Patient „Handuhr“.
  • Das Wiederholen von Geschichten weist ebenfalls auf Alzheimer hin. Die Betroffenen erzählen die Ereignisse so, als seien sie erst kürzlich passiert.
  • Tägliche Routinen werden zum Problem. Das gilt besonders für das Planen des Alltags, den Umgang mit kleinen Missgeschicken, die Orientierung in der bekannten Umgebung oder den Umgang mit Geld.
  • Der Patient kann seine Emotionen kaum kontrollieren. Typisch sind auch plötzliche Stimmungsänderungen ohne einen besonderen Anlass. Auch einem vertrauten Menschen begegnet der Betroffene bisweilen mit Ängsten, Misstrauen oder Verwirrtheit.

Welche Leistungen werden bei einer Alzheimer Pflege erbracht?

Bei der Behandlung einer Alzheimer-Erkrankung sind zwei Komponenten zu unterscheiden:

  • Die medikamentöse Therapie durch den behandelnden Arzt
  • und eine aktivierende Pflege, welche die geistigen Fähigkeiten möglichst lange erhält.

Auch die zweite Kategorie trägt entscheidend zur Verlangsamung des Verlaufs der Erkrankung bei. Mitasrbeiter eines ambulanten Pflegedienstes und die pflegenden Angehörigen helfen dem Betroffenen, seine Fähigkeiten zu fördern und zu erhalten. Im Einzelnen geht es um folgende Maßnahmen:

  • Kognitive Fähigkeiten trainieren
  • Routinen beachten
  • Vertraute Tagesabläufe beibehalten
  • Gemeinsame Erinnerungen

Leben mit Alzheimer

Alzheimer-Patienten können sich nicht mehr an ihre Umgebung anpassen, oftmals kaum noch im Gespräch auf ihr Gegenüber reagieren oder sinnvoll ein Thema beginnen. Deshalb müssen die anderen auf sie eingehen und den Betroffenen so nehmen, wie er gerade ist. Eine Widerrede gegen falsche Behauptungen oder phantastische Schilderungen findet keine Beachtung oder führt nur zu Streitereien.

Besser ist es, sich ruhig und geduldig auf die Realität des Erkrankten einzulassen und seine falschen Behauptungen nicht zu verbessern. Gespräche über Dinge, an die er sich nicht erinnert, sind für beide Seiten verunsichernd und frustrierend. Ereignisse aus der länger zurückliegenden Vergangenheit hingegen, etwa aus Kindheit oder Jugend, führen oft zu lebhaften Reaktionen. Vorsicht: Wenn der Betroffene immer weniger auf Angebote reagiert, kann das Gehör nachgelassen haben. Ärztliche Behandlung wird dann notwendig.

Oder die Pflegenden schaffen ein Umfeld, in dem sich der Betroffene wie „zu Hause“ fühlt, das seinen früheren Gewohnheiten entspricht, etwa durch Musik eine bestimmte Atmosphäre wieder hervorruft. Auch einzelne vertraute Gegenstände aus früheren Zeiten schaffen eine unmittelbare Verbindung zur Vergangenheit und bringen plastische Erinnerungen wieder ins Bewusstsein.

Die Orientierung unterstützen

Menschen mit Demenz nehmen auch ihre gegenständliche Umwelt nicht mehr wie gewohnt wahr. Deshalb müssen Pflegepersonal und Angehörige für eine sichere Umgebung sorgen. Zu ihren Aufgaben gehören

  • das Kennzeichnen von Aufbewahrungsorten für die persönlichen Dinge und von Räumen, zum Beispiel ein Bild von Messer und Gabel an der Küchentür,
  • Kontrastfarben zu nutzen, welche die Wahrnehmung von Geländern und Türen unterstützen, aber auch das Montieren von elektrischen Schaltern,
  • eine helle Beleuchtung möglichst ohne Schatten einrichten.

Unfälle im Haushalt verhindern

Bekannterweise bleibt nicht nur bei Alzheimer im Alltag immer ein Restrisiko, aber die Angehörigen sollten Gefahrenquellen in der Wohnung erkennen und nach Möglichkeit zumindest einschränken:

  • Der Patient gewinnt mehr Sicherheit durch automatische Absperrventile, Herd-Abschaltungen, Zeitschalt-Uhren, Gas- und Temperaturmelder.
  • Den Wasserboiler auf die niedrigste Temperatur einstellen, Heißwasserhähne markieren.
  • Gefährliche Elektroartikel wie Bügeleisen unzugänglich aufbewahren.
  • Rutschige Bodenbeläge und Läufer entfernen, Stolperstellen (Teppichränder) beseitigen.
  • Niedrige Geländer und Fenster sichern. Das Installieren einer Gittertür vor der Treppe erfordert eine sorgfältige Abwägung mit den Pflegekräften, wenn vorhanden einem Betreuer und den anderen Angehörigen (Eingriff in die gesetzlich garantierte Selbstbestimmung des Patienten).
  • Medikamente, Haushaltsreiniger und der Tabak gehören in eine qualifizierte Obhut durch den Pflegedienst oder die Haushaltshilfe.